Vorsorge / das alte Tier

Die Senioren unter unseren Patienten sehen wir naturgemäß oft mit anderen Erkrankungen als jüngere Tiere.

Während uns letztere oft nur zur jährlichen Impfung oder auch einmal bei akuten Problemen wie Erkältungen, Magen-Darm-Infekten oder Verletzungen vorgestellt werden finden wir beim älteren Tier gehäuft chronische Krankheiten, die eine ganz andere Herangehensweise erfordern.

Ab wann gilt ein Tier als alt? Das kann nicht pauschal beantwortet werden, sondern ist von verschiedenen Faktoren wie z.B. Rasse und Größe abhängig.

Sehr große Hunde gehören schon mit 5-6 Jahren zu den Senioren, während kleine Hunderassen erst mit etwa 10 Jahren als geriatrische Patienten gelten. Bei Katzen geht man in der Regel von einem Alter von 8 Jahren als Grenze aus. Individuelle Unterschiede bleiben davon natürlich unberührt.

Viele Probleme der älteren ( geriatrischen) Tiere entstehend schleichend, und fallen Ihnen als Besitzer oft leider erst dann auf, wenn die Erkrankung schon sehr weit fortgeschritten ist.

Deshalb sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen auch außerhalb der üblichen Impfintervalle wichtig und sinnvoll.

Krankheiten, die mit zunehmendem Alter gehäuft auftreten sind z.B

  • Herz-Kreislauferkrankungen
  • Erkrankungen von Zähnen und Zahnfleisch
  • Probleme im Bereich des Bewegungapparates, z.B Arthrose
  • Stoffwechselstörungen wie Diabetes oder Schilddrüsenerkrankungen
  • Nierenerkrankungen, besonders bei der Katze

Eine ausführliche Vorsorgeuntersuchung Ihres Seniors umfasst daher das Abhören des Herzens, die gründliche Betrachtung der Maulhöhle und der Zähne, Abtasten von Rücken, Gliedmaßen und Gelenken sowie eine Blut- und Urinuntersuchung in einem spezialisierten Labor. Je nach Ergebnis können auch weitere Untersuchungen wie Röntgen oder Ultraschall nötig werde.

Ihre Beobachtugen zuhause sind für uns gerade bei der frühzeitigen Entdeckung einer Krankheit sehr oft eine große Hilfe.

Achten Sie daher besonders auch auf scheinbar nicht sehr auffällige Veränderungen wie leicht verminderten oder auch erhöhten Appetit, vermehrtes Trinken, häufigeren Urinabsatz, Gewichtsabnahme, glanzloses Fell, verminderte Körperpflege, generell verminderten Bewegungsdrang oder auch das Vermeiden von bisherigen Lieblingsplätzen wie Bett oder Sofa.